Kampf gegen Immobilienbetrug und für Gerechtigkeit im Rechtsstaat Bundesrepublik

Frankfurt-Journal: Der stille Protest von Herrn Schmall (Volltext)

Immobilienbetrug in Deutschland

Beitrag/Posting von G.C.Renner am 06. Mai 2005 20:11:38:

Zitat aus Frankfurt-Journal:

DER STILLE PROTEST VON HERRN SCHMALL

„Ich fühle mich als Deutsche-Bank-Immobilienopfer“ steht auf Frank Schmalls Auto. Damit fährt er die Finanz-Filialen ab. Das Geldinstitut ist „not amused“.

Den Blick auf den alten Kadett verstellte die Deutsche-Bank-Fondsgesellschaft DWS erst mit einer Plane, dann mit Fahrrädern und schließlich mit einer Reihe hochwachsender Büsche. Sprüche wie „Für mich nie wieder – Deutsche Bank oder ihre Partner“ sollen Gäste des Hauses nicht zu sehen bekommen. Frank Schmall ist das egal: Kaum war der Blick durch die Büsche verstellt, stellte er einen Anhänger neben das Auto. „Ich habe mir eins vorgenommen: Noch vier Jahre werde ich damit weitermachen.“ 1996 kaufte Schmall eine 42-Quadratmeter-Wohnung in Worms – für 280000 Mark. Die Finanzierung lief über die Deutsche Bank. Ein gerechtfertigter Preis, hätten ihm auch Banker anderer Institute damals bestätigt. Schließlich sei das Zwei-Zimmer-Appartement in einer Anlage für betreutes Wohnen, da könne mehr Miete verlangt werden. Konnte aber nicht. „Die wurden einfach überteuert verkauft, der Bauträger hat sich nach Frankreich abgesetzt“, so Schmall. Nun verliere er Monat für Monat 250 Euro durch die geringeren Mieteinnahmen. „Mein Geld werde ich nicht wiedersehen. Aber es freut mich zu sehen, dass die Vorstände der Bank über meinen Protest verärgert sind.“

Ordnungsamt, Polizei und Kripo haben sich schon mit ihm beschäftigt. Doch zu machen ist da nichts. Über seine Internetseite will er auf die Schicksale Tausender anderer „Immobilienopfer“ aufmerksam machen – allein im Wormser Fall haben sich mittlerweile 90 Betroffene zusammengetan. „Manche haben noch viel mehr verloren, stehen vor dem finanziellen Ruin. Etliche sind suizidgefährdet.“ Die DB-Tochter DWS hat mit den Immobilienverkäufen nichts zu tun, aber, so Schmall, der Parkplatz sei hier einfach am besten. „Und die Vorstände der Bank gehen dort ein und aus.“ In dieser Woche will Schmall mit einer Protestfahne vor die Zwillingstürme ziehen. Und für den Sommer plant er Großes. „Das wird Schlagzeilen machen“, sagt er. Man darf gespannt sein. nil

www.peanuts-opfer.com

Erschienen im Frankfurt Journal vom 03.05.2005


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bulletRe: Frankfurt-Journal: Der stille Protest von Herrn Schmall (Volltext) Wiesbadner 18.5.2005 16:27 (0)
bulletRe: Frankfurt-Journal: Der stille Protest von Herrn Schmall (Volltext) ACZI 07.5.2005 13:48 (0)

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