Kampf gegen Immobilienbetrug und für Gerechtigkeit im Rechtsstaat Bundesrepublik

Re: Frankfurt-Journal: Der stille Protest von Herrn Schmall (Volltext)

Immobilienbetrug in Deutschland

Beitrag/Posting von Wiesbadner am 18. Mai 2005 16:27:

Als Antwort auf: Frankfurt-Journal: Der stille Protest von Herrn Schmall (Volltext) beitrag/posting von G.C.Renner am 06. Mai 2005 20:11:38:

Bein Beitrag aus dem Wiesbadener Kurier vom 18.......5.2005:

Kurioser Dauerprotest gegen Großbank

Enttäuschter Immobilienkäufer demonstriert in Frankfurt seit Monaten am Straßenrand


Mit einer grünen Wand aus dicht gepflanzten Koniferen versucht die DWS Investment GmbH der Deutschen Bank den seit einem halben Jahr vor dem Eingang legal geparkten Protest-Opel zumindest teilweise zu verdecken.
Foto: Kaliwoda
Vom 18.05.2005

FRANKFURT Ein enttäuschter Immobilienkäufer hat sich in Frankfurt demonstrativ mit der Deutschen Bank angelegt. Seit Monaten parkt sein alter Opel Kadett mit Protestaufschriften am Straßenrand. Die Bank pflanzte als Sichtschutz mehrere Bäume.


Von

Harald Kaliwoda

Schauplatz des kuriosen Zweikampfes zwischen David und Goliath ist die Mainzer Landstraße. Direkt vor dem Haupteingang der zur Deutschen Bank gehörenden DWS Investment GmbH hat sich Frank Schmall am 22. November 2004 einen völlig legalen kostenlosen Parkplatz erobert, den er trotz gelegentlich platter Reifen und verbogener Kennzeichen zäh verteidigt. Das Auto ist versichert und zugelassen. Der nächste TÜV-Termin ist im November 2006. Was den Bankern nicht gefällt, sind die großen Schriftzüge rund um das dunkelrote Auto. "Für mich nie wieder! Deutsche Bank oder ihre Partner", prangt da in großen Lettern und: "Ich fühle mich als Deutsche-Bank-Immobilienopfer."

"Ich habe mir in den Kopf gesetzt, den Protest fünf Jahre durchzuhalten", betont der 46-Jährige Geschäftsmann aus Eppstein. Er hatte über die Deutsche Bank 1996 in Worms eine Eigentumswohnung für seinen späteren Ruhestand gekauft. Inzwischen stellte er enttäuscht fest, dass deren Wert nur 50 000 Euro beträgt, obwohl er noch 124 000 Euro Finanzlasten abzutragen hat. Deswegen prozessierte er auf Rückabwicklung des Kaufvertrags schon vergebens bis in höchste Instanzen. "Ich habe die Hoffnung aufgegeben, mein Geld wieder zu sehen", räumt der Aufmüpfige ein und tröstet sich: "Es macht mir aber Spaß, die Bank mit dem geparkten Auto zu stören."

Auch sein Geschäftswagen ist mit derartigen Aufschriften überzogen. Mit ihm umkreist er regelmäßig in der Mittagspause die beiden Türme der Zentrale der Deutschen Bank an der Taunusanlage. Weil man dort zu seinem Leidwesen nicht parken darf, suchte er sich für den Kadett die Adresse der Fondsgesellschaft der Deutschen Bank aus, erklärt er. Auch seine Frau fahre mit einem Kleinwagen mit Aufklebern herum. Bei der Hauptversammlung der Deutschen Bank am heutigen Mittwoch auf dem Frankfurter Messegelände, will Schmall medienwirksam Präsenz zeigen. Er wird seinen kleinen Fuhrpark - Geschäftswagen, Kleinwagen der Frau und einen Geländewagen - vor dem Eingang zur Festhalle aufstellen, und hat das juristisch wasserfest beim Ordnungsamt als Demonstration angemeldet.

Unterdessen bemüht sich die Bank an der Mainzer Landstraße um optische Schadensbegrenzung. Zwischen dem DWS-Haupteingang und dem Kadett stellte sie schwere Granit-Blumenkübel auf und pflanze eine grüne Mauer aus zwei Meter hohen Koniferen. Um die Nadelbaumspitze zu überbieten, montierte Schmall einen Dachgepäckträger mit Protestschild. Die Bank konterte mit noch höheren Bäumen, die jetzt 3,60 Meter in den Himmel ragen.

Ansonsten sprechen die Banker nicht mit ihm, wie Schmall sagt. Sie schickten ihm jedoch die Kriminalpolizei ins Haus, nachdem er mit seinem Protestauto vor dem Privathaus von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann in Kronberg auftauchte, und ihm demonstrativ zuwinkte. Der Vorwurf, die Villa für kriminelle Zwecke auszukundschaften, war nicht haltbar, freut sich Schmall.

Seine spektakuläre Aktion gegen die Bank präsentiert der Computer-Fachmann auf einer eigenen Internet-Seite unter www.peanuts-opfer.com. Das englische Stichwort "Peanuts" (Erdnüsse) lieferte ihm unfreiwillig die Deutsche Bank. 1994 hatte der frühere Bank-Chef Hilmar Kopper nach der betrügerischen Milliarden-Pleite des Baulöwen Jürgen Schneider offene Handwerker-Rechnungen in Höhe von rund 50 Millionen Mark als "Peanuts" (Kleinigkeit) abgetan. Allein die Deutsche Bank saß damals auf Forderungen gegen Schneider von 1,3 Milliarden Mark. Berühmt und berüchtigt wurde Koppers abfällige "Peanuts"-Äußerung bei einer Pressekonferenz durch die großen Proteste in der Bevölkerung. "Peanuts" wurde sogar zum Unwort des Jahres gewählt.
bulletDer Wiesbadener Kurier berichtet


Antworten:

Immobilienbetrug in Deutschland